Meine Liebesgeschichte zu Jeans.

Nähen war schon als Teenager eine Passion. Damals habe ich mein Konfirmandenkleid selber genäht. In meinem Elternhaus, einem Gastronomiebetrieb, gab es immer viel zu nähen. Vorwiegend jedoch zum flicken. Auch das habe ich gerne gemacht, vor allem die Jeanshosen von den Jungs unserer Mitarbeiter fanden bei mir immer Platz unter der Nähmaschine. 

Mit 19 habe ich mir eine eigene Nähmaschine gekauft. Diese dient mir übrigens heute noch und schnurrt wie ein Kätzchen.

Meine Karriere in der Gastronomie hat mich dann leider das Nähen vergessen lassen. Erst mit 53 Jahren habe ich es, durch den Einsatz als Betreuung eines älteren Mannes wieder entdeckt. Seine Frau die mich als Entlastung gebucht hat, war eine begeisterte Näherin, eine Patchworkerin. Diese "Ansteckung" hat mein Leben verändert.

So habe ich mir ein Stück Stoff gekauft, es war Möbeljeans. Daraus habe ich mir selbst eine Tasche genäht.

So entstand meine erste selbstgenähte Tasche. Sie hatte die perfekte Grösse, die Henkel die richtige Länge und innen genügend Staufächer für Handy, Schlüssel etc.

Mein Nähfieber war entfacht, da ich jedoch keinen Stoff hatte wurde ich kreativ. Ich nahm einfach alle meine Jeanshosen aus dem Schrank und nähte noch zwei Taschen, so wie ich sie wollte.  So entstand die Idee vom Jeansupcycling. Da ich schon so lange nicht mehr genäht hatte wusste ich oft nicht wie ich vorgehen sollte. Zum Glück gibt es heute YouTube :-)

So hat meine Passion in meinem Leben einen Platz gefunden und schon viele Jeansliebhaber haben Freude an ihren Produkten.

Am Anfang habe ich vorwiegend für meine Freunde genäht. Ich bekam immer mehr Bestellungen und meine Freude wurde immer grösser. Wenn etwas fertig war, stand ich Nachts oft auf, setzte mich vor die (zB.) Tasche und schaute sie an. Dieses Gefühl welches ich dabei hatte und immer noch verspüre ist unbeschreiblich. Am liebsten würde ich alles selbst behalten.

Klar ist, dass ich nicht alles behalten kann, ich wüsste ja gar nicht was ich damit machen soll. Jedesmal wenn ich aus dem Haus gehe, eine andere Tasche mitnehmen..... naja, das mache ich ja auch so :-) Weil ich nicht alles behalten kann, durfte ich etwas ganz neues entdecken, nämlich stolz zu sein wenn jemand eine Tasche kauft und genau so viel Freude daran hat wie ich es habe. 

Dies ist der Anfang meines Herzensprojektes.